Bei den wohl einfachsten und dennoch sehr interessanten Zertifikaten handelt es sich um Index Zertifikate. Sie haben einen Index als Basiswert. Hierbei kann es sich z.B. um einen Aktienindex, wie den DAX oder den Dow Jones EURO STOXX 50 usw. handeln. Mittlerweile gibt es auch Zertifikate auf Rohstoff- oder Zinsindizes. Der Vorteil eines Indexzertifikates liegt darin, dass ein Investor an der Performance eines gesamten Index partizipiert, ohne selber alle Basiswerte des Indizes kaufen zu müssen. Dies kann vor allem für die Portfoliodiversifikation sehr interessant sein.
Das Risikoprofil eines Indexzertifikates entspricht der Direktanlage in alle Werte des Indizes. Es ist also der theoretische Totalverlust möglich.

Indexzertifikate können sowohl zur Spekulation, wie auch zur Absicherung genutzt werden. Steigt beispielsweise der Ölpreis, wird sich dies auch in den entsprechenden Rohstoffindizes widerspiegeln. Dieser Anstieg wird auch auf das entsprechende Zertifikat durchschlagen und könnte z.B. die Sicherung von steigenden Benzinpreisen sein. Da tankt es sich doch gleich viel leichter…
Die Konkurrenz von Indexzertifikaten sind die sog. Exchange Traded Funds oder kurz ETFs. Es handelt sich hierbei um börsengehandelte passiv gemanagte Fonds, die tatsächlich die Aktien eines bestimmten Indizes als Sondervermögen verwalten. Lesen Sie dazu bitte auch den Artikel
Was unterscheidet Fonds von Zertifikaten.
Eine Kleinigkeit sollte der private Investor noch beachten. Aktienindizes unterscheiden sich oftmals in sog. Performance- und Preisindizes. Bei einem Performanceindex werden z.B. die ausgeschütteten Bardividenden der im Index enthaltenen Unternehmen wieder in den Index reinvestiert. Bei einem Preisindex geschieht genau dies nicht. Das bedeutet, dass am Tag der Dividendenzahlung der Preisindex um den Dividendenbetrag sinkt und ein Performanceindex nicht. In den Anfangsjahren der Indexzertifikate war dieser Unterschied eine lukrative Einnahmequelle für Zertifikatemittenten. Die ausgegebenen Zertifikate wurden an den Preisindex gekoppelt. Die Bank hat zur Sicherung des Geschäftes tatsächlich Aktien (im gleichen Verhältnis wie im Index) erworben und somit auch die Dividenden vereinnahmt. Diese wurde aber nicht an die Zertifikatbesitzer weitergegeben. Heutzutage werden im Regelfall Performance Indizes den Zertifikaten zugrunde gelegt. Aber ein kritischer Blick auf die Ausstattung des Zertifikates kann trotzdem nie schaden.
Da Indizes oftmals "sehr teuer" sind, müsste ein Privatinvestor für ein Bezugsverhältnis von 1:1 sehr viel Geld ausgeben. Ein Zertifikat auf den DAX würde also immer soviel kosten, wie der DAX im Augenblick notiert. Um die Zertifikate attraktiver darzustellen und sie auch für Kleinsparer interessant zu gestalten, wird oftmals ein Bezugsverhältnis von 1:10 oder 1:100 veranschlagt. Die Laufzeit eines Indexzertifikates kann begrenzt sowie unbegrenzt sein. Oftmals sind allerdings Kündigungsrechte seitens des Emittenten vorgesehen.