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Sind Zertifikate eine billige Liquiditätsquelle für Emittenten?
Finanzwissen - Zertifikate - Grundlagen
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Oftmals ist die Zertifikatemission für Banken und vor allem für Unternehmen sehr interessant, da sie als billige Kreditquelle dienen können. Warum dies so ist, soll anhand eines kleinen Abstechers erläutert werden.
 
Exkurs Liquiditäts- und Bonitätsaufschläge
In die Thematik wird anhand eines vereinfachten und plakativen Beispiels eingeführt. Zwei Personen, ein Spitzenverdiener eines Großunternehmens und ein Student fragen bei der gleichen Bank nach einem Kredit. Vorausgesetzt das beide Anträge genehmigt werden, wird der Spitzenverdiener - sagen wir - 5% und der Student 6,5% Kreditzinsen zahlen. Die Höhe des Kreditzinses hängt also sehr stark von der Bonität des Kreditnehmers ab. Je besser die Bonität, desto geringer der Kreditzins. In Deutschland hat die beste Bonität der Staat. Dies bedeutet, dass es i.d.R. so ist, dass Staatsanleihen, Bundesschatzbriefe usw. die niedrigste Rendite im Vergleich zu analog ausgestatten Anleihen anderer Emittenten haben. Oftmals kann man anhand der Renditedifferenz zwischen einer Unternehmensanleihe und der gleichwertigen Staatsanleihe die Bonität einer Unternehmung beurteilen. Denn je höher diese Differenz ist, desto schlechter ist die Bonität des Unternehmens. Einfach ausgedrückt könnte man sagen, das Unternehmen muss mindestens den Aufschlag X gegenüber einer Bundesanleihe zahlen, damit ein Anleger bereit ist, sein Kapital dem Unternehmen zu leihen. Im Regelfall haben auch Banken und vor allem Unternehmen Aufschläge auf der Bundesrendite. Genau genommen werden diese Aufschläge heutzutage relativ zur Swapkurve betrachtet. Aber um den Exkurs nicht über Gebühr zu verkomplizieren, wird hier von den Bundesanleihen als Maßstab (im Finanzjargon auch Benchmark) ausgegangen. Die Aufschläge über der Bundes- bzw. Swaprendite werden auch als Funding-, Liquiditäts- oder Bonitätskosten bezeichnet.
 
Aber was hat das mit Zertifikaten zu tun? Ganz einfach. Oftmals werden die Bonitätsaufschläge die eine Bank oder ein Unternehmen für eine Kreditverschuldung zahlen müsste in das Zertifikat nicht mit eingerechnet. Alle Preisfaktoren werden lediglich auf Bundesrenditen (genauer Swaprenditen) bezogen. Dieser Vorteil wird oftmals nicht aktiv kommuniziert und stellt eine zusätzlich Ersparnis für Banken und vor allem für Unternehmen dar. Ein Anleger sollte sich die Renditen (besser die Aufschläge über den Bund- bzw. Swaprenditen) einer normalen Anleihe seines potenziellen Zertifikatemittenten anschauen. Fällt der Aufschlag sehr hoch aus, sollte lieber ein anderer Zertifikatanbieter ausgewählt werden. Denn wie bereits mehrfach beschrieben: Der Name Zertifikat darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nur um eine Schuldverschreibung des Emittenten handelt.

Eine allgemeine Einführung in das Thema finden Sie auch in dem Artikel Zertifikate. Welche Risiken weiterhin im Zertifikat schlummern können, erfahren Sie in unserem Spezialartikel zu diesem Thema. Aus allen Einflussfaktoren haben wir für Sie eine Reihe von Empfehlungen für den Zertifikatkauf zusammengestellt.
 

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